
Facharztweiterbildungen, Zusatzweiterbildungen und sonstige
Fortbildungen - einfach und verständlich erklärt.
Die Zusatzweiterbildung Handchirurgie kann von Fachärzten für Orthopädie und Unfallchirurgie sowie für Plastische Chirurgie erworben werden. Die Hand gilt dabei als komplexes Funktionsorgan mit hohen biomechanischen, neurologischen und vaskulären Anforderungen. Das Tätigkeitsfeld der Handchirurgie reicht von akuten Verletzungen über degenerative Erkrankungen bis zu rekonstruktiven Eingriffen und Funktionserhalt/-wiederherstellung.
Fachlich berührt die Handchirurgie mehrere unterschiedliche Disziplinen:
Diese Überschneidungen machen die Handchirurgie zu einem der vielseitigsten chirurgischen Teilgebiete – und zu einer Zusatzweiterbildung, die klinisch wie operativ hohes Geschick erfordert.
Die Handchirurgie behandelt Patient:innen mit
Besonders ist die hohe funktionelle Erwartung — Millimeter entscheiden. Viele Patient:innen sind beruflich oder sportlich eingeschränkt, was eine präzise Indikationsstellung erfordert.
Typische Eingriffe der Handchirurgie umfassen:
Die funktionelle Nachbehandlung erfolgt häufig spezialtherapeutisch (Handtherapie/Ergotherapie) und ist integraler Teil des Behandlungserfolgs.
Die Zusatzweiterbildung wird frühestens nach abgeschlossenem Facharzt absolviert. Je nach Ausgangsfach erschließen sich unterschiedliche Schwerpunkte:
Die OP-Kataloge und Logbücher sind dabei anspruchsvoll und verlangen Komplexität, nicht nur Fallzahl. In einem Akutkrankenhaus ist es schwieriger hohe Fallzahlen in elektiven Eingriffe wie Dupuytren-Erkrankungen zu erreichen, in rheumatologischen und elektiven Kliniken dagegen ist es schwierig die Fallzahlen von Amputationsverletzungen zu erreichen. Hinzu kommt, dass sich die Weiterbildungsordnung inklusive der geforderten Fallzahlen von Bundesland zu Bundesland unterscheiden. Entwerfe also früh einen Plan, wie du auf deine Fallzahlen kommst.
Wichtig ist bei der Wahl deines Ausbildugnsplatzes zu prüfen, ob die handchirurgische Abteilung der Orthopdäie und Unfallchirurgie oder der plastischen Chirurgie angegliedert ist und welche Eingriffe dort tatsächlich routiniert durchgeführt werden. Interessierst du dich zum Beispiel für Gelenkarthroskopien, solltest du aufgrund der flachen Lernkurve an ein Zentrum gehen, wo diese Eingriffe in hoher Fallzahl durchgeführt werden.
Tipp: Wenn Du nicht unbedingt die Stelle wechseln möchtest, gibt es die Möglichkeit die nötigen Eingriffe im Rahmen von Hospitationen in manchen Praxen oder Kliniken zu erlangen. Dies setzt allerdings voraus, dass du die Eingriffe ebenfalls bei jemandem mit Weiterbildung Handchirurgie absolvierst.
Typische Kurse, die für dich interessant sein könnten sind:
Sehr bekannt sind die Kurse der Wiener Handchirurgie. Vor allem der Grundkurs wird auch Unfallchirurgen empfohlen, die Traumaverletzungen an der Hand versorgen. Auf DocSkills findest du Kurse verschiedener Anbieter und kannst diese schnell vergleichen.
Interessante Fachgesellschaften sind die Deutschsprachige Arbeitsgemeinschaft für Handchirurgie (DAH) und DGH (Deutsche Gesellschaft für Handchirurgie). Vor allem auch der jährliche DAH Kongress eignet sich wunderbar für Networking und um über den Tellerrand hinauszuschauen. Auch die unterschiedlichen Gesundheitssystem von Deutschland, Österreich und der Schweiz tragen zur unterschiedlichen Versorgung der Patienten bei.
Die größte Herausforderung liegt in der klinischen Struktur: Viele der komplexen Eingriffe liegen in niedrigen Fallzahlen und verteilen sich auf wenige Zentren.
Die Handchirurgie ist beliebt wegen:
Sie gilt als eines der „kleinen Fächer“, die in der Tiefe extrem anspruchsvoll sind.
Die Zusatzweiterbildung Handchirurgie ist anspruchsvoll, interdisziplinär und funktionell hoch relevant. Wer die Kombination aus Rekonstruktion, Feinmechanik, funktioneller Orientierung und chirurgischer Präzision sucht, findet hier ein besonders erfüllendes Betätigungsfeld, das sich auch wunderbar für die Niederlassung eignet.